Dass ich 4 Jahre College und dann 6 Jahre nach gelerntem Beruf als Elektriker in Kasachstan gearbeitet habe, wurde hier in Deutschland nicht gebraucht. Das heißt - damals in 2008 als Elektriker wollte Deutschland den eigene Bürger nicht haben.
In 1-Euro-Jobs, verschiedene Jobcentersmaßnahmen, an die Leihfirmen wurde ich vom Arbeitsamt immer gerne angeschubst, und ich hab dort meine Arbeit auch erledigt. Doch als ich vom Arbeitsamt Hilfe brauchte, um bei Jobsuche auch in weiteren Orten und auch die Angebote, wo die Führerschein erforderlich sind, endlich mich bewerben können, wurde es mir immer abgesagt, mit der Begründung, dass dafür kein Geld in der Kasse gibt.
So, seit 2009, hab ich auf den Jobcenter den dicken Schwanz draufgelegt, und dadurch, mit einem Haufen von Schulden und ohne anderen Ankommen, ins Pennerrei gefallen.
Dann erscheint vor meinen Augen das Jahr 2015.
Und es weist sich plötzlich so aus, dass Deutschland sooo viel Geld hat, dass es nicht weist wohin es damit muss.
Dass Deutschland würde alle Flüchtlingen der Welt aufnehmen und finanziel versorgen, wenn sie alle es nur nach
Deutschland schaffen würden.
Auch wurde es uns am Anfang erzählt: "Leute, macht euch keine Sorge. Die Flüchtlinge werden euch keinen Job wegnehmen, also laßt sie alle ins Land rein." Doch schon nach paar Monaten wird zu Deutschland ein neues Problem angebastelt: "Es herrscht Arbeitskräftemangel in Deutschland. Wir brauche Pfleger aus Afrika, die Elektriker aus Nahost, die Programmierer aus Indien, die Lehrer, die Handwerker, die Lockführer, ...", und so weiter, und so fort.
Da frage ich mich, was ist mit eigenen zweieinhalb millionen Arbeitslosen? Oder was ist mit Arbeitslosen aus ganzer EU? Braucht Deutschland sie nicht?
Heutzutage wird es immer wieder darum gesprochen, dass es der Flüchtlingen noch mehr geholfen werden muss, dass sie zusäzlich motiviert werden sollen damit sie mehr Lust auf die Arbeit haben. Es wird millionen, wenn nicht milliardenweise das Geld weggeschmießen für verschiedene Zuschusse und Maßnahmen, nur um der Flüchtlingen mehr Chancen im Arbeitsmarkt zu geben. Wo waren alle diese Milliarden als ich ein bisschen Hilfe brauchte?
Mich persönlich braucht Deutschland schon zwölf Jahre lang lieber als Penner stat einen Elektriker. Und alle diese Jahre wurde es von der Stadtsseite keinerlei Versuche gegeben mit mir darüber zu reden, wie könnte es mir geholfen werden, in menschwürdiges Leben zurückzukehren. Die Stadt scheißt auf mich einfach. Das Gefühl habe ich noch damals in 2008 bekommen, und nach paar Jahren Pennerrei habe ich dann das ganz klar verstanden.
Die letzte 12 Jahre lerne ich selbstständig die Webprogramierung mit Gedanken nach Indien auszuwandern, und vielleicht dann wird Deutschland mich hier lieber als ein Flüchtling mehr brauchen...
MfG. Karl Philippi 21 September, 2021