Erst Schulabschluß und 4 Jahre College, danach 6 Jahre lang nach gelerntem Beruf als Elektriker im Job, bis wir am Ende 2004 nach Deutschland aussiedeln.
Die erste viereinhalb Jahre lang in Deutschland als Hartz-IV bezieher.
Am Anfag gab es den deutsche Sprachkurs, ich konnte damals überhaupt kein Deutsch. Bin viel mehr Technischdenker als Humanitarian, die fremde Sprachen lagen sich in meinem Kopf immer schwer ab. Da im Kellerwald-Wohnheim habe ich noch weitere anderhalb Jahre lang Deutsch mit Büchern und Fernsehen selbstständig gelernt. Der Arbeitsamt hat mich während dieser Zeit überhaupt nicht gerüttelt.
Nach nicht vollen zwei Jahren im Kellerwald, am Sommer 2006 bin nach Homberg Efze umgezogen. Hier, in kurzer Zeit,
wurde ich bei einem neunmonatelangen 1-Euro-Job in einem Altersheim eingesetzt, als Hausmeisterhelfer.
Am Ende der Laufzeit wollte der Hausmeister gerne mich dort weiter als 1-Euro-Jober behalten,
aber ich hatte es nicht vor, da für immer zu bleiben, war einfach nicht mein Traumjob.
In den nächsten paar Monaten bekam ich vom Arbeitsamt einen neue 1-Euro-Job, bei stadtlicher Starthilfe.
Da habe ich fünf Monate lang gearbeitet, und habe immer wieder meinen Berater im Arbeitsamt
gebeten, mir irgendwie den Führerschein machen zu helfen. Doch, was ich von ihm immer hörte:
- "Es gibt bei Arbeitsagentur kein Geld dafür."
Die Arbeit bei der Starthilfe brachte mir auch kaum was bei, mal Gartenarbeit, mal alte Holzkisten-Schleiferei, u.s.ä..
Also hatte ich langsam die Nase voll, sich ins Niergendwo zu bewegen.
So am Ende fünften Monats hab ich meinen 1-Euro-Job bei Starthilfe abgebrochen, das war einem Monat früher als es vorgeschrieben war und daswegen bekam ich dafür später die Sanktionen durch Reduzierung meiner Lebensunterhalt-Leistungen auf 30%.
Eine Arbeitsstelle als Elektriker ohne Führerschein zu suchen, sah für mich beim Arbeitsmarkt ziemlich düster aus, dazu noch meine bescheidene Deutschkenntnisse, so ließ ich mich wieder an deutschen Sprachkursen teilnehmen, zwei Mal, je drei Monate lang. Dazwischen gab es wieder paar Vorfälle zwischen mir und dem Berater, und zum Anfangsjahr 2009 war ich schon insgesamt mit 60% Reduzierung meines Hartz-IV Geldes bestraft geworden.
In dem Moment kamen noch Umrechnungen von Verbrauchkosten, plus Stromrechnung, meine Wohnung war immer noch nur mit Notwendigem Ausgestatet, dazu noch Mobilfunkvertag. So blieb ich die nächste drei Monate überhaupt ohne Geld. Im Arbeitsamt antwortete mir darauf, dass wenn mir das Geld ganz gestrichen wird, kriege ich irgendwelche Scheinchen zum Lebensmiteln, mehr Hilfe gibt's nicht.
So ein Schema, wo alle um mich herum sein Geld bekamen und nur ich war da wie ein Punkt, durch den dies Geld floß, dabei ich selbst blieb ganz ohne Geld, nicht mal zum Essen, fand ich einfach Menschmissachtend. Dazu noch diese Vorwürfe, dass ich schon 5 Jahre lang keine Arbeit habe, mit anderen Wörten - bin ein langjähriger Schmarotzer. Aus diesem Grung verzichtete ich auf weitere Beauftragung des Atrages zum Hartz-IV-Leistungen und ab Mai 2009 blieben dann schon alle in deisem Schema ohne Geld-durch-Karl.
Im Sommer 2009 lief Gerichtsverfahren wegen den fehlenden Mietzahlungen. Musste damals auch ohne Strom, ohne Kühlschrank, ohne Dusche und ohne Kochplatte leben. Ein Alarmbrief an unserem damaligen Bürgermeister Martin Wagner blieb ohne Antwort, und auf den Erklärungsbrief an Gerichtsamt wurde mir mitgeteilt, dass es nur um ungezahlter Miete geht und nicht um meiner Lebenssituation.
Oktober 2009 ist die Date Anfangs meiner Pennerrei. Ich wurde durch Zwangsräumung in einen Obdachlosenunterkunft versetzt, mein ganzen Hab und Scrap ließ ich in einen Lager abtransportieren, den dann nach paar Monaten verschrottet wurde. Für mich habe ich nur eine Matratze und mein PC beibehalten, und seitdem fang ich in meinem Pennerzimmer mit dieser Möbelausstattung die Webprogrammierung selbst zu lernen.
Die folgende 12 Jahre, bis heutzutage, horte ich die Schulden auf, sammele Pfandflaschen, nestele Elektroniksrott, und versuche was präsentables zu programmieren. Habe zur Zeit paar Ideen, teil im Code, teil im Kopf, aber noch Nichts reif genügendes. Unter meinen Umständen ist es irgendwie nervig und zeitauffressig, sich auf einer Sache zu konzentrieren und die bis zum Ende zu bringen.
Drei mal wurde ich vom Gerichtsvollziher besucht, der schrieb alles auf, was es bei mir zum Pfänden gibt. Auch Zeit-für-Zeit kamen Ordnungsamtbeamte, damit mir das Leben nicht zu leicht scheint. Manchmal kommen noch die Mitarbeiter vom Bürgerbüro vorbei, um mir "Hallo" zu sagen.
Und so alle zusammen warten wir bloß auf die Zeit, wann es sich in meinem Leben etwas
MfG. Karl Philippi 15 September, 2021